250 Tage DSGVO

Am Montag war Europäischer Tag des Datenschutzes. Eine gute Gelegenheit um in dieser Woche in mehreren Beiträgen verschiedene Aspekte des Datenschutzes zu beleuchten. Heute blicken wir auf insgesamt fast neun Monate DSGVO und die unterschiedlichen Auswirkungen auf Unternehmen und ihre Kunden…

Natürlichen Personen soll die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ein höheres Maß an Kontrolle über ihre persönlichen Daten bieten. Für Unternehmen hingegen, bedeutete die Einführung am 25. Mai des vergangenen Jahres nicht nur einen Berg an zusätzlichem administrativen Aufwand, sondern auch eine gewisse Unsicherheit im Umgang mit bestehenden Kundendaten.



Recht auf Vergessen

Mit dem Recht auf Vergessen hat die EU ein umfassendes Instrument des Datenschutzes ins Feld geführt und damit eine Rechtslage ausgeweitet, die im deutschen Gesetz schon fest verankert war. Unternehmen müssen nun, falls sie von den Kunden explizit dazu aufgefordert werden, alle gespeicherten Daten und Informationen löschen. Kunden haben nun auch den Anspruch zu erfahren, wie und wofür die gesammelten Daten genutzt werden. Spannend ist hierbei, dass diese Informationen wiederum dem Datenschutz unterliegen. Eine Weitergabe darf nur an die jeweilige Person erfolgen, nicht an andere Unternehmen. Wer also mit seinem ganz persönlichen Datenrucksack umziehen will, kann dies nur mit einer Einwilligung machen, in der er selbst die Daten freigibt.

Rekord-Strafen für Verstöße

Den strengen Datenschutz begleitet gleichzeitig auch die Angst vor Abmahnwellen, die empfindliche Strafen nach sich ziehen können. Wer aufmerksam die Nachrichten verfolgt hat, konnte in der letzten Woche über die Millionenstrafe zum Nachteil von Google lesen. Wegen diverser Verstöße gegen die DSGVO soll der Internetriese 50 Millionen Euro Strafe zahlen. Damit wurde von der Nationalen Datenschutzkommission in Frankreich nicht nur die bisher höchste, sondern auch die höchstmögliche Strafe ausgesprochen.

Für Google selbst ist dies zwar ärgerlich, mit großer Wahrscheinlichkeit aber eher ein kleines Störfeuer, wenn man sich die zwei Milliardenstrafen der EU-Wettbewerbskommission in Erinnerung ruft.

Mehr rund um die Datenschutzwoche bei Aagon gibt es unter anderem auf unseren Social-Media-Kanälen.

Dieser Blogbeitrag entstand in Zusammenarbeit mit Praktikantin Maya Petrinjak.