Landkreis Barnim

Lizenzmanagement heißt, sich der Verantwortung zu stellen

Wappen des Landkreises Barnim

Rechtlich ist jede Behörde dazu verpflichtet, über vorhandene und genutzte Softwarelizenzen genau Bescheid zu wissen, um eine Unterlizenzierung zu verhindern. In der Praxis gestaltet sich dies jedoch schwierig, da die notwendigen Daten oft nicht aktuell oder nur schwer ermittelbar sind. Dass es auch anders geht, zeigt der Landkreis Barnim. Denn mit der Einführung eines ganzheitlichen Client Management Systems hat die Verwaltung die Basis für ein transparentes und aktuelles Lizenzmanagement geschaffen.

Nördlich von Berlin liegt der Landkreis Barnim. Rund 177.000 Einwohner leben dort in 25 Gemeinden zwischen Uckermark, Oberhavel, dem Land Berlin und der Staatsgrenze zu Polen. Die Verwaltung des Landkreises hat ihren Sitz in der Kreisstadt Eberswalde. Dort kümmern sich im Paul-Wunderlich-Haus, dem zurzeit energieeffizientesten Gebäude Deutschlands, aktuell rund 750 Mitarbeiter um die täglichen Belange der Bürger. Als Ende 2008 Thomas Bauer die Leitung der IT-Abteilung des Landkreises übernahm, stand für ihn vor allem eines im Vordergrund: Die Effizienz der Administrationsprozesse kontinuierlich zu verbessern und diese dabei so transparent wie möglich zu gestalten. Ein passendes Projekt dafür war schnell gefunden: Mitte 2009 nahm sich der frischgebackene IT-Leiter als erstes den Bereich des Client- und Lizenzmanagements vor. „Allein in der IT-Abteilung arbeiteten wir mit 25 verschiedenen Anwendungen. Entsprechend gab es keinen einheitlichen Datenbestand, wir hatten kein Ticket-System für den Helpdesk und unser Lizenzmanagement fand in Aktenordnern statt“, erinnert sich Bauer zurück. „Das Optimierungspotenzial war hier also recht groß.“

Doch nicht nur historisch gewachsene Prozesse gestalteten die Arbeit der IT-Truppe zum Teil sehr aufwendig. Auch technische Neuerungen zwangen die Administratoren dazu, ihre Arbeitsweise zu verändern. So hat der Landkreis Barnim in den letzten Jahren zwar erfolgreich seine Client-Infrastruktur auf PCs mit Windows XP sowie Thin Clients und Terminal-Server standardisiert, doch die bis dato verwendeten Bordmittel der Windows-Server zur Installation und Verteilung von Betriebssystem und Anwendungen auf neue PCs waren mit den aktuellen Betriebssystemen von Microsoft nicht mehr kompatibel. Daher stand auch hier eine Modernisierung der verwendeten Werkzeuge an.

Sitz der Kreiverwaltung von Barnim: Das Paul-Wunderlich-Haus in Eberswalde wurde am Freitag, 21. Januar 2011, auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin für aktiven Klimaschutz ausgezeichnet. Bild: Kreisverwaltung Barnim

Eierlegende Wollmilchsau gesucht

Im August 2009 begann Thomas Bauer zunächst mit der Erstellung einer Leistungsbeschreibung für das neue Client-Managementsystem. Ziel war, damit die Software auszuschreiben und Ende des Jahres die Installation in Betrieb zu nehmen. Auch die Grundrichtung war von vorneherein klar: Es musste eine einheitliche Managementsoftware für alle administrativen IT-Aufgaben der elf Mann starken IT-Abteilung her. „Bei den Anforderungen an das neue System waren wir nicht wirklich bescheiden“, gesteht Bauer mit einem Schmunzeln. „Absolut Pflicht waren hier ein einheitliches Installations-Tool für Betriebssysteme auf Client und Servern, eine automatische Softwareverteilung, die Inventarisierung von Hard- und Software, ein Helpdesk mit Ticket-System, Remote-Unterstützung der Anwender sowie ein umfassendes Lizenzmanagement – und zwar alles aus einem Guss und unter einer Oberfläche.“

Sieger nach Punkten

Durch den IT-Service wurde eine Marktanalyse durchgeführt. Schließlich wurden drei Bieter ausgewählt, deren Produkte im Rahmen von Präsentationen bewertet wurden. Alle Bieter mussten sich dabei denselben Fragen und Anforderungen stellen, um die Produkte vergleichbar zu halten. Schließlich fiel im September 2009 die Wahl auf die ACMP Suite von Aagon GmbH. „Den Ausschlag für die ACMP Suite hat dann letztlich der Preis gegeben“, weiß der IT-Leiter zu berichten. Eine letzte Hürde für die Lösung von Aagon bestand schließlich in einer zweiwöchigen Testinstallation vor Ort. Dabei prüften die IT-Mitarbeiter des Landkreises jedes Modul der ACMP Suite genauestens darauf, ob es die jeweiligen Anforderungen auch in der Praxis erfüllt. Nachdem auch diese Aufgabe gemeistert war, beschaffte die IT-Abteilung zunächst 550 Lizenzen zur Administration von Client-PCs sowie 700 Lizenzen für den Helpdesk, der auch Anlaufstelle für Mitarbeiter ohne PC-Arbeitsplatz sein sollte.

Unspektakulärer Rollout

Für die erste Installation sowie eine Einweisung und Schulung durch einen Mitarbeiter von Aagon setzten die IT-Kollegen insgesamt fünf Tage fest. Dabei installierten sie unter anderem den ACMP-Server auf einer bereits vorhandenen Maschine und verteilten dann automatisch den ACMP-Client über die Managementkonsole der Client Management Suite auf alle Arbeitsplatzrechner und Server in der Behörde. Direkt im Anschluss konnte Thomas Bauer dann den ersten Inventarisierungslauf von Hard- und Software anstoßen. „Bei der Hardware gab es keine Überraschungen, da wir hier sehr stark standardisiert sind“, erklärt der IT-Verantwortliche. “Aber bei der installierten Software wurde es spannend – besonders dann, wenn man die gefundenen Programme im Lizenzmanagement mit den vorhandenen Lizenzen abgleicht.“

Ein Weg, der sich lohnt

Doch vor den Lohn einer aufgeräumten Lizenzbilanz haben die Götter auch in Barnim zunächst den Schweiß gesetzt. Denn um die inventarisierte Software mit vorhandenen Lizenzen abgleichen zu können, müssen diese zunächst in dem Lizenzmanagement-Modul erfasst und hinterlegt werden. Bei insgesamt 378 Fachverfahren sowie zahlreichen Standardapplikationen wie Microsoft Office, Acrobat Reader, Scanner-Software und anderen Produkten war dies eine umfangreiche Aufgabe, die heute kurz vor dem Abschluss steht. Dabei steckt der Teufel oft auch im Detail. So musste der Landkreis beispielsweise entscheiden, wie mit sogenannten Downgrade-Rechten bei Betriebssystem-Installationen umgegangen werden soll. Bei den Clients gestaltete sich dies noch relativ einfach, da beispielsweise alle Vista-Lizenzen als Downgrade zu XP eingesetzt wurden und so dem entsprechenden Lizenzpaket zugeordnet werden konnten. Schwieriger gestaltete sich die Einordnung der Server, bei denen eine Windows-Server-2003-Installation entweder mit entsprechender Lizenz oder aber als Downgrade von dem Windows Server 2008 betrieben wird. Doch auch diese Herausforderung konnte die IT-Mannschaft am zweiten Rollout-Tag gemeinsam mit einem Consultant von Aagon meistern, sodass alle Lizenzen korrekt eingepflegt werden konnten.

Lizenzmanagement wird zur Schaltzentrale

Wenn sich Thomas Bauer heute darüber informieren möchte, was im Softwarebereich in seinem Netzwerk los ist, startet er nicht die Auswertung der Softwareinventarisierung, sondern geht direkt in die Managementkonsole des Lizenzmanagements. Denn da ACMP jeden Inventarisierungslauf direkt mit der Lizenzdatenbank abgleicht, sieht er dort auf einen Blick, ob in der Behörde eventuell mehr Software installiert ist, als lizenziert wurde. „Wir nehmen das Lizenzmanagement hier sehr genau. Sobald ACMP eine Unterlizenzierung erkennt, informieren wir das entsprechende Fachamt. Hier muss dann entschieden werden, ob eine Nachlizenzierung notwendig ist, oder eine Lizenz von einem zu einem anderen Arbeitsplatz wechseln muss“, erklärt der IT-Chef der Behörde. „Nach der ersten Überprüfung wird bei Fragen Kontakt mit den Fachämtern aufgenommen. Wenn nichts passiert, deinstallieren wir einfach selbst.“ Das Lizenzmanagement hilft dem Landkreis aber auch, nicht genutzte Software auf sogenannten „Hardware-Leichen“ zu entdecken. Diese können dann dort deinstalliert und im Anschluss neu vergeben werden, was wiederum die Beschaffung optimiert.

Insgesamt ist Thomas Bauer mit seinem neuen Lizenzmanagement mehr als zufrieden, auch wenn der Weg dorthin lang war. „Das Beste ist, dass wir jetzt absolute Transparenz bei unseren Lizenzen haben“, freut sich der IT-Leiter. „Als IT-Leiter muss ich gegenüber der Behördenleitung für eine korrekte Lizenzierung unserer Software meinen Kopf hinhalten. Mit Hilfe von ACMP habe ich alle relevanten Informationen jederzeit auf Knopfdruck verfügbar. Mehr kann man hier nicht tun.“

Client Management aus einem Guss

Aber auch die anderen Administrationsaufgaben hat der Landkreis weitestgehend auf die neue Managementplattform umgestellt. So werden neue PC-Arbeitsplätze und Server nicht mehr mit Windows-Bordmitteln installiert, sondern zunächst mit ACK aus der ACMP Suite mit einem Betriebssystem ausgestattet. Anschließend versorgt die ACMP-Softwareverteilung das neue System mit allen notwendigen Anwendungen. Auch der Helpdesk kommt bei den Kollegen von Thomas Bauer gut an. So werden Aufträge an die Systemadministration seit Einführung der neuen Software nur mehr elektronisch entgegengenommen. Dies spart einerseits eine Menge Papier. Andererseits ist durch die datenbankgestützte Erfassung sichergestellt, dass kein Auftrag mehr verloren geht.

Fazit

Rückblickend ist Thomas Bauer mit dem Projekt mehr als zufrieden. „Der Lohn für unsere Mühe ist eine effiziente Systemadministration, ein sauberes Lizenzmanagement, ein zentraler Datenpool mit allen relevanten Informationen und übergreifende Transparenz in allen Prozessen“, freut sich der IT-Leiter. „Ohne ein passendes Werkzeug wären dieses sowie zukünftige Projekte gar nicht möglich.“ Zum Abschluss hat der Projektleiter noch einen guten Rat für alle, die vor einem vergleichbaren Projekt stehen: Sie sollten bereits in der ersten Planungsphase die Personalvertretung eng in das Projekt integrieren. Denn auch, wenn ein Client Management System kein Spionage-Tool, sondern ein Arbeitswerkzeug für IT-Administratoren ist, lassen sich so etwaige Vorbehalte durch eine offene Kommunikation frühzeitig aus dem Weg räumen. Dann steht einem erfolgreichen Projekt auch von dieser Seite aus nichts im Weg.


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